Googles Core Web Vital #2: First Input Delay (FID)

Interactivity – Aktion und Reaktion

Die kommenden Neuerungen und der starke Einfluss der Web Vitals im Google-Ranking ändern einiges in Bezug auf SEO und Webseiten-Optimierung. In unserem Beitrag zum Core Web Vital Loading können Sie erfahren, wie Sie Ihre Ladezeit testen und bei Bedarf verbessern können. In diesem Beitrag klären wir auf, was es mit dem zweiten Core Web Vital “Interactivity” und der Metrik First Input Delay auf sich hat und wie Sie damit am besten umgehen.

Interaktivität anders verstehen

Zunächst: Beim Vital Interaktivität geht es nicht darum, wie interaktiv Ihre Seite generell gestaltet ist. Vielmehr geht es um die ersten Momente, die ein Besucher auf Ihrer Seite verbringt und wie viel Zeit zwischen der ersten interaktiven Handlung und der Reaktion der Seite vergeht. Diese Verzögerung wird mit der Metrik First Input Delay (FID) gemessen.

Nicht nur die Ladezeit, also wie schnell eine Website Inhalte für den Besucher lädt, hat einen Einfluss auf das Benutzererlebnis. Auch wie schnell eine Seite reagiert, wenn auf einen Link, eine Schaltfläche oder ähnliches geklickt wird, ist wichtig für den Besucher. Denn wenn eine Seite nicht schnell auf den angeforderten Befehl antworten kann, wenn zum Beispiel ein Punkt im Menü angeklickt wurde, entstehen Wartezeiten – und der Besucher verlässt frustriert die Seite, was die Bounce-Rate (Absprungrate) nach oben treibt.

Der First Input Delay als Metrik

Gemessen wird mit der Metrik First Input Delay. Sie gibt an, wie viel Zeit Ihre Seite benötigt, um die erste Interaktion eines Besuchers mit Ihrer Seite im Browser auszuführen und zu reagieren.

Die Interaktion kann dabei das Klicken auf einen Link, auf eine Schaltfläche, ein Bild oder auf ein Menü-Element sein – in der Regel jedes Element, das auf weitere Inhalte verweist. Nicht dazu gehört Scrollen oder Zoomen, da dies fortlaufende Aktionen sind.

Meistens sollte diese Interaktion auch sofort bearbeitet werden. Geschieht dies nicht, bearbeitet der Browser noch andere Vorgänge und kann noch nicht auf die neue Anfrage reagieren. Er lädt also noch die Kerninhalte der Seite und nimmt sonstige Eingaben nicht wahr. Der FID-Wert sollte im Idealfall unter 100 Millisekunden liegen, also unter 0,1 Sekunden. Werte ab 300 Millisekunden werden von Google als schlecht eingestuft. In diesem Fall braucht der Browser zu lange, um die Anfrage des Nutzers zu reagieren.

Den First Input Delay richtig deuten

Es kann auch vorkommen, dass Besucher gar keinen First Input Delay-Wert haben, da sie beim Besuch der Seite nicht mit ihr interagiert haben. Auch kann es passieren, dass ein Nutzer noch vor dem Laden des Hauptinhalts mit etwas interagiert und der Browser die Eingabe direkt verarbeiten kann. So entsteht ein sehr guter FID-Score, da der Besucher genau den Moment erwischt hat, in dem das Laden des Hauptinhalts noch gar nicht begonnen hat. Wenn ein Besucher erst interagiert, wenn der Hauptthread bereits vollständig geladen hat, kann eine Eingabe wieder direkt verarbeitet werden und es tritt keine Verzögerung auf. Auf diese Weise wird es Besucher geben, die einen hohen, niedrigen oder auch gar keinen FID-Wert haben.

Daher ist es wichtig, beinahe alle Werte zu berücksichtigen, um genau herauszufinden, an welchen Stellen es Optimierungsbedarf gibt. Da es je einen Bericht für die mobile und die Desktop-Ansicht gibt, ist auch hier wichtig, entsprechend beide Berichte zu analysieren.

Wie kann ich den First Input Delay verbessern?

Der FID misst nicht die Zeit, die es benötigt, um eine Aktion auszuführen oder die Kombination aus Verzögerung und Verarbeitungszeit. Es wird lediglich die Verzögerung der Verarbeitung nach Eingabe gemessen, die durch ungünstige Prozesse im Browser entsteht. Eine erste Analyse kann ganz einfach mit den PageSpeed Insights von Google erfolgen.

Meistens liegt ein schlechter First Input Delay-Wert an einer umfangreichen JavaScript-Ausführung. Wenn der Browser im Hauptthread zu lange mit dem Ausführen von JavaScript beschäftigt ist, reagiert er nicht auf Anfragen – dies kann aber auf verschiedene Wege behoben werden. Zunächst sollte die JavaScript Menge reduziert werden, soweit es möglich ist. Danach können besonders lange Codes in mehrere kleinere Aufgaben umgewandelt werden, die dann asynchron laufen. Wichtig zu wissen ist auch, dass durch das Einbetten von Drittanbieter-Skripten Verzögerungen entstehen können, das können zum Beispiel Social Media Buttons sein. Um dieses Problem zu lösen, gibt es im Netz Tipps und Anleitungen, denen Webseiten-Betreiber folgen können, wie etwa das Laden dieser Inhalte als letzte Priorität zu markieren. Mit Lighthouse können auch Netzwerkanforderungen festgestellt werden, die während des Seitenaufbaus gesendet werden. Anforderungen, die zu groß sind, können so identifiziert und optimiert werden.

Je schneller, desto besser

Wie auch schon beim LCP-Wert gilt hier: Je kürzer die jeweilige Zeit ist, desto besser ist dies für das Benutzererlebnis und damit für das Google Ranking. Für Webseiten-Betreiber ist es wichtig, sich jetzt auf die Optimierung der Core Web Vitals zu konzentrieren, um im Google Ranking nicht zu weit abzurutschen. In unserem Beitrag über den dritten Vital, die visuelle Stabilität und den Cumulative Layout Shift (CLS), erfahren Sie, wie Sie Ihre Seite möglichst einfach bedienbar machen.

Tanja Ott

Tanja Ott

Ihr Handwerkszeug in Sachen Medien, Kommunikation und Digitalisierung lernte Tanja im Studium der Medienwissenschaft und Medienmanagement. Mit Praxiswissen aus PR und Unternehmenskommunikation ist sie bei digitalis media die richtige Ansprechpartnerin, wenn es um Content geht - egal ob Texten, Storytelling oder Werbekommunikation.