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Fachmagazine untersuchten 35 Websites auf die Umsetzung ihrer Cookie Banner

Cookie-Banner: Jeder kennt sie und viele sind genervt von Ihnen. Aber spätestens mit Inkrafttreten der DSGVO muss jede Website über ihre Cookies informieren und den Nutzer um Zustimmung bitten. Einige Seiten machen das sorgfältig – andere jedoch tricksen leider.

Am transparentesten bei den Cookie Informationen sind die Ironiker:

„Um Sie weiter mit Werbung bombardieren zu können, benötigen der Postillon und seine Partner Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies und anderen Technologien.“ 

So steht es im Cookie-Banner der Satirewebseite „Der Postillon„. Cookie-Banner sind Fenster, die beim allerersten Aufruf jeder Website auftauchen. Viele Menschen nervt das – aber für den Datenschutz sind die Cookie-Banner klasse. Mit oft nur zwei Klicks lassen sich dort viele Cookies abwählen oder einschränken.

Umsetzung der Cookie-Banner im Vergleich

Ist der Weg zu rationellen Daten-Einstellungen einfach und fair gestaltet? Informiert der Seitenbetreiber gläsern über seine Cookie-Bestimmungen? Das wurde nun von Fachexperten auf 35 populären Websites geprüft, darunter Seiten für Nachrichten, Shopping, Reisen und Videos. Die Unterschiede sind enorm. 

ARD und WDR sind Datensparsam 

Reichte bei den Seiten ein Klick, um mehrere Cookies gleichzeitig abzuwählen, wurde dies als positiv bewertet – etwa bei Otto. Seiten wie “Die Bahn” sowie Videoportale wie Dailymotion und Vimeo zählen jedoch zu den Anbietern, die es Nutzern schwer machen.

Nachrichtenseiten wie ARD und WDR nutzen auf ihren Websites keinerlei zustimmungspflichtige Cookies und zeigen daher keine Cookie-Banner an. Es stellt keinen Mangel dar, sondern ganz im Gegenteil: Folge ihrer Datensparsamkeit. Nur notwendige Cookies sind erlaubt. Ansonsten müssen aber fast alle Anbieter einen Cookie-Banner einblenden, da Websites in der EU ohne aktive Einwilligung des Surfers keine Werbe- oder Marketing-Cookies mehr einsetzen dürfen. Nur die technisch notwendigen Cookies sind noch ohne Zustimmung des Nutzers erlaubt. Diese sind für den Seitenbesucher sinnvoll, da sie etwa seine persönlichen Einstellungen speichern oder sich merken, was er in den digitalen Warenkorb gelegt hat. Ungeklärt ist die Rechtslage aktuell bei Cookies, die auf sogenanntem „berechtigten Interessen“ basieren. Dieser Begriff ist juristisch noch undefiniert. Es ist fragwürdig, ob solche Cookies über das technisch Notwendige hinausgehen. Sie werden oft zur Profilbildung und Werbung eingesetzt, daher wurden sie negativ in die Bewertung von Seiten miteinbezogen, wenn Websites etliche solcher Cookies voraktiviert hatten.

 

Was sind eigentlich Cookies?

Es sind kleine Dateien, die beim Anschauen einer Website auf dem Rechner (oder Mobilgerät) abgelegt werden. Ruft ein Nutzer die Seite erneut auf, wird sein Gerät am Cookie wiedererkannt. Cookies können viele vorteilhafte Funktionen haben. Oft forschen sie jedoch das Surfverhalten von Menschen aus, damit Firmen Werbung auf deren Interessenprofil zuschneiden können.

 

Die Bahn hat den Zug verpasst

Bei Recherchen stießen Experten auf einige Defizite. Ein großes leistet sich die Bahn: Diese blendet gar keinen Cookie-Banner ein, obwohl sie es müsste. Wer auf bahn.de unterwegs ist, hat daher aktuell keine Möglichkeit, per Cookie-Einstellungen festzulegen welche Daten gemonitort werden dürfen. Gegenüber der Stiftung Warentest versprach die Bahn nachzubessern: „Noch im Frühjahr 2021 führen wir die Popup-Fenster auf bahn.de ein.“ Bei Redaktionsschluss war das jedoch noch nicht umgesetzt. Die Seiten Dailymotion und Vimeo fallen durch Ihre undurchsichtiges Auftreten auf. Beide Websitebetreiber erläutern ihre Cookies fast vollständig auf Englisch. Vor allem Check24 liefert im Banner zu wenig Informationen, wie viele und welche Cookies auf ihrer Seite aktiv werden und über welchen Zeitraum sie Daten erfassen. Manchmal übertreiben die Banner aber auch. So listet etwa kicker.de mehr als 140 Cookies auf- hiervon waren bei dem Technik-Check ,,nur“ um die 70 aktiv. 

 

Ein Klick bei den Einstellungen macht einen Großen Unterschied:

Bei dem Klick auf „Alle akzeptieren“ werden auf der Website chip.de circa 150 Cookies aktiv. Wählt der User,,Einstellungen“ und danach „Auswahl speichern“, sind es nur noch rund 25.

 

Fast alle tricksen beim Design 

Viele Seitenbetreiber arbeiten mit Desigs, die den Nutzer dazu verleiten sollen, weniger datensparsame Einstellungen zu gestatten: Der „Alle-akzeptieren“-Button ist häufig in einer knalligen Farbe hinterlegt, die datensparsamen Einstellungen liegen oft hinter einem blasseren Button. Besonders unauffällig ist er etwa bei WetterOnline. Seiten, die beide Buttons auf der ersten Banner-Seite komplett neutral und aussagekräftig darstellen, konnten nicht gefunden werden. Booking.com, Ebay und Netdoktor präsentieren einige Schaltflächen immerhin farblich neutral. Bei Ebay muss man jedoch erst darauf kommen, dass sich die Einstellungen hinter der Beschreibung „Mehr erfahren“ verstecken. Dailymotion nutzt überall farblich neutrale Buttons doch nicht alle sind in deutscher Sprache beschriftet. Das Portal Vimeo interpretierte während des Testzeitraums ein üblicherweise für „Fenster schließen“ oder Ablehnung stehendes Kreuzchen als Zustimmung für alle Cookies. Bei Redaktionsschluss der Studie hatte Vimeo gar keinen Banner mehr.

 

Unser Rat:

Gestalten Sie Ihren Cookie-Banner transparent, nur so schaffen Sie Vertrauen bei den Besuchern, da diese genau nachvollziehen können für welche Funktionen ihre Daten genutzt werden. Das steigert die Akzeptanz der Cookie-Richtlinien und der User versteht das einige dieser Einstellungen auch Vorteile für Ihn bieten.

Jetzt Angebot für rechtssichere Cookie Banner Lösung anfragen:

Annika Roth

Annika Roth